Hallo @CEimer,
sehr schöne Frage! Diese Art der Kommunikation wird als transaktionale Kommunikation bezeichnet und ist bei HubSpot ein separates Produkt, für das man separat bezahlten muss, siehe hier: So verwenden Sie Transaktions-E-Mails zum Senden von beziehungsbasierten E-Mails in HubSpot (Der Vorteil dieses Produkts ist, dass vertragliche Kommunikation, wie von dir angesprochen, auch dann verschickt werden kann, wenn sich ein Kontakt abgemeldet hat. Das ginge, ohne transaktionale E-Mails, auch mit bestätigtem Double Opt-in nicht.)
Die Art der Kommunikation hat aber erst einmal gar nichts mit der Tatsache zu tun, ob eine E-Mail bestätigt wurde oder nicht. Die E-Mail-Bestätigung ist rein technisch zu verstehen, also: Ist der Kontakt tatsächlich die Person, als die er sich ausgibt? Das ist es, was mit dem Double Opt-in sichergestellt werden soll. (Ganz plump gesagt: HubSpot ist erst einmal egal, was du verschickst. Wenn der DOI angeschaltet ist, dann muss ein Kontakt nach einer Formulareinsendung erst einmal verifizieren, dass er/sie wirklich er/sie ist.)
Nun gibt es das Szenario, das du vermutlich ansprichst, dass bestimmte Kontakte, z.B. Bestandskunden, bereits als bestätigt gelten, weil sie beispielsweise aus einem früheren CRM oder anderem System in HubSpot kommen. Diese Kontakte kannst du händisch als bestätigt markieren, siehe hier, am besten in der Seite suchen nach: “Nachdem Sie die Double-Opt-in-Funktion aktiviert haben, können Sie auf Ihrer Kontakte-Startseite den Double-Opt-in-Status für mehrere Ihrer Kontakte gleichzeitig aktualisieren.”
Wenn das schon alle deine Probleme löst, dann sind die Punkte weiter unten ggf. irrelevant.
Für Kontakte, die neu ins System kommen, lässt sich das leider nicht standardmäßig (also per Workflow) aktualisieren. Hier müsste man mit Eigenentwicklung und per API ran.
Es gibt aber noch einen Workaround, der als “Hybrid DOI” bezeichnet wird. Hier der Versuch einer Kurz-Anleitung/Zusammenfassung.
Hier wird der Double Opt-in von HubSpot zwar in den Einstellungen aktiviert, aber auf eine Seite, die nicht verwendet wird, beschränkt. (Diese Option ist in den Einstellungen direkt daneben verfügbar.) Damit sind sämtliche Funktionalitäten des Double Opt-in verfügbar, aber die System-DOI-E-Mail wird unterdrückt. (Die DOI-E-Mail würde nur verschickt werden, wenn ein Kontakt auf genau dieser versteckten Seite ein Formular ausfüllt. Das kommt, weil die Seite nicht genutzt wird, aber ja nicht vor. Die Seite stellt man dann auf no index.)
Du könntest dann selbst eine (oder mehrere) DOI-E-Mails erstellen und per Workflow verschicken. (Das wären simple automatisierte E-Mails, in denen du den Bestätigungslink selbst hinzufügen kannst. Beim Link hinzufügen einfach die Link-Art im Dropdown ändern und Bestätigungslink auswählen, siehe auch @AllisonZs Tutorial dazu hier.)
Damit hättest du volle Kontrolle und könntest mit den Workflow-Aufnahmekriterien selbst entscheiden, wann die Double Opt-in E-Mails verschickt werden.
HubSpot würde dann auch Marketing-E-Mails an nicht bestätigte Kontakte durchlassen (!) – da HubSpot nur E-Mails an unbestätigte Kontakte unterdrücken würde, die über die nicht verwendete Seite (siehe oben) reinkommen. Also keine.
Die Verantwortung, den DOI beim E-Mail-Versand zu prüfen, läge dann immer bei dir. (Die Information dazu liegt in dieser Eigenschaft. Du würdest also immer Kontakte ausschließen, bei denen Bestätigungsstatus der Marketing-E-Mail nicht “Auf Bestätigungslink wurde geklickt” oder “Bestätigt durch Benutzer” ist.)
Dieser Workaround ist aktuell meine favorisierte Art, den Double Opt-in aufzusetzen, weil er sehr flexibel ist und abgesehen vom einmaligem Setup und etwas Mitdenken keine Nachteile hat. Mehrsprachigkeit wäre z.B. kein Problem.
Für dich bestünde der Vorteil darin, dass du beim Versand von vertraglichen Informationen entscheiden kannst, ob der Double Opt-in Status berücksichtigt werden soll oder nicht.
Wenn du dazu mehr erfahren möchtest oder die einzelnen Schritte im Detail benötigst, gib gern bescheid. Wenn man diesen Prozess einmal sauber aufgesetzt hat, kann man das Thema mehr oder weniger beiseite legen.
(Kontakte, die sich abgemeldet haben, würdest du damit natürlich trotzdem nicht erreichen. Dafür bräuchte es das oben angesprochene Add-on für transaktionale E-Mails.)
Viele Grüße!
PS. Wie immer bei DSGVO-bezogenen Themen noch der Hinweis, dass mein Beitrag keine Rechtsberatung darstellt.