Hallo @PetraE,
verlässliche Daten dazu sind mir nicht bekannt, ich bin aber auch kein Freund davon, sich hier zu sehr darauf zu verlassen, was andere vermeintlich erhoben haben und nun als verallgemeinerte Best Practice kommunizieren. Jedes Unternehmen, jedes Content-Angebot und jede Buyer Persona ist unterschiedlich.
Ich würde empfehlen, so esotherisch es klingt, mit möglichst viel Einfühlvermögen vorzugehen und dich in die Kontakte hineinzuversetzen, die deine Inhalte herunterladen.
Nach wie vielen Tagen hatten Sie die Gelegenheit, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen? Willst du in der Zwischenzeit bereits Hilfe anbieten oder das Thema erst komplett sacken lassen, bevor du weitere nützliche Inhalte oder Hilfe anbietest?
Würde eine Referenz, die früh hinterhergeschickt werden, in diesem Fall als aufdringlich wahrgenommen werden (je nachdem, wie exakt sie formuliert ist) oder als hilfreiche Illustration der Konzepte aus dem ursprünglichen Content?
Inwieweit ist würdest du es als Empfängerin schätzen, frühzeitig ein Beratungsgespräch angeboten zu bekommen, und wenn ja, wie müsste es positioniert sein, damit es nicht als zu aufdringlich wahrgenommen wird?
Wenn du als Empfängerin keine Zeit hättest, dich unmittelbar damit auseinanderzusetzen, nach welchem Zeitraum würdest du dich über eine Erinnerung freuen, dich noch einmal mit dem Thema zu beschäftigen?
Diese Leitfragen sind meines Erachtens sinnvoller als standardisierte Zeitabstände. Beim Hineinversetzen natürlich daran denken, dass du nicht zwangsläufig die Buyer Persona bist, sondern dir vorstellen musst, eine Vertreterin der Buyer Persona zu sein. In vielen Unternehmen ist das nicht besonders schwierig, wenn deine Buyer Persona allerdings aus einer komplett anderen Lebenswelt und Soziodemografie stammt, dann wird es komplizierter.
Beim Timing würde ich generell Folgendes beachten:
Verzögerungen sollten immer damit beginnen, die nächste E-Mail auf die erste Tageshälfte zu normalisieren. Das klappt mit einer Verzögerung auf z.B. 21 Uhr gefolgt von einer weiteren Verzögerung um 1 Tag, 12 Stunden. Ansonsten erhält eine Person, die 23 Uhr ein Whitepaper herunterlädt, auch alle weiteren E-Mails immer 23 Uhr.
Wochenenden würde ich generell ausschließen, zumindest im B2B.
Nurturing, das darauf basiert, viele verschiedene Inhalte zueinander in Kontext zu setzen, sollte geringere Zeitabstände nutzen. Nurturing, das über einen langen Zeitraum Verständnis zu bestimmten komplexeren Themen aufbauen soll, eher längere Abstände.
Bei E-Mail-Abfolgen, wie von dir oben beschrieben, tendiere ich persönlich zu kürzeren Zeitabständen (2-3 Tage).
Bei kompletter Inaktivität in Follow-up-Workflows würde ich Kontakte aus dem Nurturing “herausreißen”, wenn mehrere E-Mails nicht funktioniert haben, gibt es keinen Anlass zu glauben, dass es weitere auch tun. Per Wenn-dann-Verzweigung oder mit einem Workflow verfolge ich dann meist einen anderen, direkteren Ansatz.
Die beste Datenbasis für deine Entscheidungen ist die Performance deiner aktuellen E-Mails im Workflow und ggf. das direkte Gespräch mit Personen, die den Workflow durchlaufen haben. Wenn du die Möglichkeit hast, nachzufragen (oder nachfragen zu lassen), ob die Inhalte als nützlich oder zu direkt erachtet wurden, bekommt man hier sehr oft extrem nützlichen Input.
Viele Grüße!